DAS ENDE IST KEINE GRENZE

DAS ENDE IST KEINE GRENZE!

Samstag, 22.11.2014

Das große Abschlusssymposium!

GRENZLAND

Wir beginnen um 11:00  mit der Frage nach den Grenzen des Menschen: Wie kommen wir zu anderen Subjektivitäten? Können wir neue Nervenbahnen ausbilden, um uns zu berühren? Ist der Tod etwas produktives?

Anhand der Rechercheergebnisse wollen wir euch ein letztes Mal diese und andere Fragen diskutieren und anders perspektivieren.

Neben Diskussionen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, euch zu beteiligen oder einfach nur die entspannte Atmosphäre hier am Institut zu genießen.

Oder ihr wagt euch in den Stadtraum mit uns und durchmesst dessen Konventionen. Und nur heute bieten wir jedem eine besondere Erfahrung an: Verlasse die Begrenzungen der humanen Existenz im Spätkapitalismus und werde endlich Tier.

Ab 16:00 treten wir an die Grenze des Diskurses. Die Performancekünstlerin Julie Jaffrenou wird mit uns eine Schweigestunde abhalten. Jeder der Teil dieser Performance sein möchte, ist herzlich eingeladen.

Danach wir uns das Konzertformat Granica ein letztes Mal mit Klängen an der Grenze zwischen Musik und Geräusch, Russisch und Deutsch, hier und dort, damals und jetzt entlangführen.

Kommt zahlreich in die Kammerbühne des Theater Freiburg. Eintritt ist jederzeit möglich und frei.

Transgressives Museum, 5. Tag

Nachdem uns heute Anna Shumaylova in Richtung Frankreich verlassen hat um ein russisches Stück für deutsche Theaterzuschauer simultan zu übersetzen, wollten wir mit den Besuchern über Staatsgebiete reden. Die Grenze eines Staates kann Menschen draussen halten, wie es gerade an den Grenzen Europas geschieht. Oder drinnen, wie in der der DDR vor dem 9. November. Und gleichzeitig geschehen auch immer illegale oder para-legale Im- und Exporte.

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Wir haben mit unseren ersten Gästen, Ulrich Ulrichsen und Annemarie Schneider, über das Phänomen des Schmuggels gesprochen. Schmuggel entsteht, wenn Waren oder Dienstleistungen entweder verboten oder durch steuerliche Regulierungen stark verteuert sind. In Deutschland herrscht als einem der wenigen Länder Europas Friedhofspflicht. Sterbliche Überreste müssen an einen als Friedhof oder Friedwald gekennzeichneten Ort verbracht werden oder können als Urne in der Nordsee versenkt werden.

In den meisten Ländern Europas, so auch Frankreich, gilt das Prinzip der “Asche zur freien Verfügung”. Dies führt dazu, dass Menschen, die sich sonst strikt an Gesetze halten, diese übertreten beziehungsweise dehnen, in dem sie die Asche in den Rhein oder den Bodensee verstreuen. Staatsgrenzen fordern und fördern also eine Subversion und Hinterfragung von Gesetzen, aber auch von eindeutig sich generierender Entwürfe des Lebens.

Ausserdem: Weitere Ipodsonden haben den Stadtraum durchforscht…wir werden wohl auch bald Bildmaterial davon haben…aber wir brauchen noch Menschliche Interfaces….kommt zahlreich!

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Transgressives Museum, 4. Tag( Grenzen der Kunst)

Transressives Museum 2

Heute hat und Kati zum zweiten Mal besucht. Unsere Gespräche über Grenze, Körper und Geist und andere Themen haben sie dazu gebracht, weiter über das Grenzland nachzudenken und die Anregungen in ihre Berufspraxis zu integrieren.

Dennis, Alex und Maximilian haben über die Furry- Fandom-Kultur und deren verschiedene Subkulturen, wie zum Beispiel der Browny, ein Fan der Serie My Little Pony.

Am Donnerstag werden wir uns dieser Kultur widmen und dabei die Grenzen zwischen Menschen und Tieren auf ihre Eindeutigkeit prüfen. Wer also mehr über Furry, Neozooen und  companion species erfahren will, sollte uns zwischen 17:00-20:00 in der Kammer besuchen.

Zur Furry-Kultur gehören verschiedenste bildnerische und performative Praktiken, wie die Erstellung eines individuellen Avatars, das Schneidern eines fur-suits und sogenannte fur-walks im öffentlichen Raum. Dabei ergaben sich diverse Überschneidungen mit künstlerischen Praktiken, wie der Verwandlung und dem Ritual. Inwiefern sich SchauspielerInnen, PerformerInnen und Furry unterscheiden, wie tiefgreifend die Verwandlung ist und wie nahe einem das Ritual geht, ist oft eher von der persönlichen Einstellung geleitet und dem professionellen oder sozialen Kontext präformiert.

Im Gespräch zwischen Furrys, TänzerInnen und PerformerInnen wurde auch das subjektive empfinden des performativen Flows als Gemeinsamkeit herausgearbeitet, das Gefühl im Rhythmus zu sein und einen unzerstörbaren Panzer( im Fall des Furrys aus Fröhlichkeit) zu tragen. 

Um dieses Gefühl zu materialisieren bieten wir am Donnerstag 20.11. (17:00-19:00) und Samstag( 11:00-16:00)  einen furwalk an, bei dem wir BesucherInnen einladen, sich in ein Tier zu verwandeln und durch die Umgebung des Theaters zu streifen.

Im Anschluss an die Diskussion haben Alex und Kati noch mit uns eine Ipodsonde in die Freiburger Innenstadt abgeschossen. Bei diesem Format für ein auditives Mensch-Maschine-Dateninterface werden bis zu 4 Forschungscyborgs in den öffentlichen Raum entsandt, um diesen auf reale, symbolische und imaginäre Grenzen hin zu untersuchen.

Wir hoffen darauf, dass wir noch weitere wetware unter den BesucherInnen finden können!

Transgressives Museum, 3. Tag

Transgressives Museum, 3.Tag

Transgressives Museum1Am Montag redeten wir über die Grenzen der Arbeit. Wir hatten Besuch von verschiedensten Menschen: Studenten, Grafiker, Philosophen, Ornithologen und Ethiklehrern.

Hermann und Balou haben verschiedene Arbeitserfahrungen. Während Balou sich gerne scharfe Nüsse vorkauen lässt und Fernseher betatscht, ist Hermann als Freiberufler zwar einerseits oft ausserhalb „normaler“ Arbeitszeiten gefordert, empfindet dies aber als Freiheit. Für ihn ist es aber auch kein Problem, zu den sonntagabendlichen Mails Distanz zu bewahren.

Allgemein ging es um die Problematik der Entgrenzung von Arbeit. Während vor 30 Jahren der Feierabend schon die die Arbeitszeit hineinragte und durch Alkohol und Soziale Transgression aufgelockert wurde, erreicht die Arbeit uns auch noch Abends und am Wochenende.

Von Eva erhielten wir später den Hinweis, das Arbeit zu oft auf die Erzeugung von Gewinn reduziert wird und andere Parameter( Gelingen der Arbeit, Freude am Prozess, Solidarität usw.) marginalisiert werden.

Dann haben wir gemeinsam mit den Besuchern ein Feierabendbier genossen und Lehnstuhlanthropologie betrieben.

Transgressives Museum, 2. Tag

Am heutigen Sonntag haben wir uns mit den ersten und letzten Dingen beschäftigt, Geburt und Tod. Wo beginnt das Leben, wo endet es, was ist sein Wert und welche Parameter bestimmen diesen? Naturgemäß gibt es auf solche Fragen nur falsche Antworten, wenn sie nicht aus der jeweiligen Existenz heraus gegeben werden.

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Als nächstes beschäftigte uns unsere eigene Lage im Festivalzentrum. Da die Passage 46 eine Art Schwarzes Loch ist, aus dem weder Licht noch die Energie unserer performativen Präsenz dringt und BesucherInnen zu uns lockt. Um den Ereignishorizont zu durchbrechen, haben wir weitere Strukturen aus Holz gebaut und diese im Festivalzentrum verteilt.DSCF2081

Am frühen Nachmittag haben uns Veronika und der kleine Jakob besucht. Jakob, der etwas über ein Jahr alt ist, konnte weder zu seiner Geburt noch allgemein zu den Themen des Tages beitragen, stattdessen untersuchte er den Raum der Kammerbühne auf seine Treppen, Fernseher und Fellhandschuhe. Auch die Struktur wurde von unserem bis jetzt jüngsten Besucher analysiert.DSCF2074

Mit Birgit und Hans haben wir danach über das Alt-Werden und die Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod und Begräbnis geredet. Beide wollen sich auf einem Friedberg bestatten, weil sie einerseits kein gemeinsame Herkunft haben, ihre Kinder auch nicht in der Nähe wohnen, aber auch weil sie an einem schönen Ort in der Natur beerdigt werden wollen.